
Marokkanisches Arganöl
Marok-
kanisches
Arganöl
Marokkanisches Arganöl. Stark nachgefragt & immaterielles Kulturerbe. Erleben Sie Tradition & überliefertes Handwerk: In einer Arganöl-Frauen-Kooperative im Südwesten Marokkos. 1.000 Berberfrauen setzen ein starkes Zeichen für fairen Handel und schützen die Region vor Ausbeutung und Landflucht.
Nicht nur wirtschaftlich ist das flüssige Gold für die Region Arganeraie ein bedeutender Faktor. Die Herstellung des aus gesundheitlichen, kulinarischen wie auch kosmetischen Gründen stark nachgefragten marokkanischen Arganöls obliegt den Frauen. Sie bewahren ein Handwerk und Kulturgut, das ansonsten von der Industrialisierung verdrängt worden wäre – und mittlerweile einen wahren Hype vor allem in der Kosmetikindustrie erfährt.
Der Arganbaum ist eine recht rustikale Diva. Niemand weiß, warum, doch alle Versuche, den bis zu 50 Meter breiten Baum zu entwurzeln und andernorts zur Sesshaftigkeit zu bewegen, schlugen fehl. Der Baum bleibt, wo er ist.
Traditionell werden die reifen Früchte vom Boden aufgelesen und unter der heißen marokkanischen Sonne getrocknet. Bevor die Kerne von ihren Schalen befreit werden, wird das Fruchtfleisch sorgfältig abgelöst. Die eigentlichen Argansamen werden je nach Verwendungszweck anschließend bei schwacher Hitze angeröstet, zermahlen und so lang mit lauwarmem Wasser zu Brei verknetet, bis sich das kostbare Öl absetzt. Reines und hochwertiges marokkanisches Arganöl stammt zumeist aus kleineren Frauen-Kooperativen. Diese Powerfrauen leisten einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Arganeraie.
Das Hauptanbaugebiet des marokkanischen Arganöls ist die rund 26.000 Quadratkilometer große Region Arganeraie, die sich im Südwesten Marokkos befindet und 1998 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt wurde. Nur hier gedeiht der Arganbaum, der nicht nur in der Arganöl-Produktion eine wichtige Rolle spielt, sondern auch als Futtermittel und Brennholz von den lokalen Bauern verwendet wird. Außerdem bildet er eine wichtige Barriere gegen die weitere Ausdehnung der Wüste. Die Arganbäume wachsen und gedeihen ausschließlich in Marokko. Die bis zu 12 Meter hohen Bäume werden auf Grund ihres äußerst harten und widerstandsfähigen Holzes auch „Eisenholzbäume“ genannt und haben eine Lebenserwartung von bis zu 400 Jahren. Auch wenn die Arganfrüchte je nach Reifegrad wie Oliven oder Datteln aussehen, ihre Kerne an Mandeln erinnern und ihr Öl leicht nussig schmeckt, gehören sie doch zur Familie der Beeren.
Die heilende und pflegende Wirkung von marokkanischem Arganöl ist längst kein Geheimnis mehr. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Außerdem wird dem Öl eine entzündungshemmende, antibakterielle und cholesterinsenkende Wirkung zugesprochen, weshalb es bei den heimischen Amazighstämmen in der Medizin bis heute zur Behandlung von Hauterkrankungen sowie Magen- und Darmstörungen eingesetzt wird. Eine Pflanze, die es wortwörtlich in sich hat.
Obendrein ist sie ein wahrer Allrounder: Zum Verzehr wird das marokkanische Arganöl aus den angerösteten Samen zum Würzen und Verfeinern unterschiedlicher Gerichte verwendet. Der bittere Geschmack geht durch das Anrösten verloren – was bleibt, ist ein köstliches Nussaroma. Das Öl aus ungerösteten Samen kommt in der Kosmetik zum Einsatz. Es gilt als feuchtigkeitsspendend für Haut und Haar und hat sogar einen Anti-Aging-Effekt.
Handarbeit hat selbstverständlich ihren Preis. Viel wichtiger ist aber der Erhalt des Kulturguts und die Sicherung der Region sowie der dort lebenden Familien, die durch die hart arbeitenden Powerfrauen der Arganindustrie ernährt werden können. Mit dem Kauf der handgemachten Produkte unterstützt man die Frauen und würdigt deren Arbeit. Ein bedeutender Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit und Emanzipation.
Das Arganöl gehört zu Marokko wie die Menschen selbst. Früher, als es noch kein Shampoo und keine Cremes in den Dörfern gab, wuschen sich die Frauen ihr Haar mit Arganöl, pflegten ihre Haut damit – und natürlich wurde und wird damit gekocht. Nicht nur, weil es schmeckt, sondern weil es wie „Medizin“ für die Menschen hier ist. Die feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Eigenschaften beruhigen schuppige, trockene und irritierte Haut und werden außerdem bei Rheuma eingesetzt.
Ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen verdankt das Arganöl seine positiven gesundheitlichen Eigenschaften. Der tägliche Verzehr scheint die Prävention diverser Krebsarten zu unterstützen und wirkt sich auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas positiv aus. Die ungesättigten Fettsäuren stärken die Darmschleimhaut und machen sie widerstandsfähiger und unempfindlicher gegen Erkrankungen. Eine gesunde, überaus schmackhafte Medizin.

